Burgfest Tittoming 2005

Reisebericht von Daniel Reitmeier:

Wer das Extrem zu Freienfels sehen möchte, soll sich mal nach Tittmoning begeben. Schwitzen war ja fast kein Ausdruck mehr. So haben wir hier unsere Zelt nicht aufgeschlagen, weil es regnen könnte, sondern weil es sonst dem Daniel die Platte aufgebrannt hätte. Aufbau ging auch superflott weil alles wirklich Hand in Hand lief. Und so waren wir kaum fertig haben sich unsere Mädls sofort an ein kaltes Buffet geworfen. Immer wieder beeindruckend, was wir so alles mit auf die Reise nehmen. So haben wir dann im Laufe des Nachmittags auch mal unseres Bestes auf der Bühne gegeben. Leider musste ich dann die Jungs im Stich lassen und hab mich verabschiedet. Die nächste Folge zu Tittmoning muss Euch dann wohl der Michl berichten.


Reisebericht von Michael Grundl:

Verladen und Anreise verliefen problemlos. Nach der Ankunft erfolgte die Besichtigung des zugedachten Lagerplatzes: trotz der netten Nachbarn und deren sehr wohlwollenden Entgegenkommens – er war einfach zu klein! Nachdem sich die Veranstalter Herr und Frau Perseis mehrmals entschuldigt und sich auf ein Telefonat mit dem „10-mal-10-Meter-Friedl“ berufen hatten – wurde uns ein Ersatzplatz angeboten: gleich neben dem Turnierplatz. Ersatz? Der Platz bot doch einige Annehmlichkeiten: unsere Autos parkten gegenüber der Strasse, Feuerholz in 1a-Qualität als Abfallprodukt der Tribünenkonstruktion gleich neben dran, Platz ohne eingeengt zu werden, freie Sicht auf das Turnier und ein beeindruckendes Alpenpanorama.

Wie Daniel beschreibt hatten wir mit der Hitze zu kämpfen: 34 Grad und den wohltuenden Schatten mussten wir uns erst selber bauen! Also frisch ans Werk. Nach dem Aufbau, der wohlverdienten Ruhe und dem Essen machten wir uns auf eine erste Runde durch den gut bestückten Markt.
Unsere Auftritte brachten wir mit nach Flüssigkeit lechzenden Zungen über die Bühne(n).
Samstag begann das reguläre Marktprogramm. Nachdem sich unser Nachwuchs mit den Stelzengehern von „Un poco loco“ angefreundet hatten und diese zu einem kurzen Plausch in unserem Lager eingekehrt waren, waren auch wir wieder an der Reihe, auf einer der Bühnen unser Können zu zeigen.
Eine letzte Marktrunde sollte gegen Mitternacht den Tag abschließen. Leider wurden wir durch teilweise sehr unfreundliche Feuerwehrleute am Rückmarsch zu unserem Lager gehindert. Wir wurden als „Gaffer“ und „Schaulustige“ beschimpft, ohne überhaupt zu wissen, was denn eigentlich los war....
Wie sich nach einiger Diskussion herausstellte, hatte sich bei der abendlichen Feuershow einer der Akteure von „Un poco loco“ schwere Verbrennungen zugezogen und wurde vom Notarzt behandelt. Von hier aus noch mal: die besten Wünsche!!!
Nach einiger Zeit wurde die Wegsperre aufgehoben, nachdem der Verletzte, so meinten wir, ins Krankenhaus abtransportiert worden war. Wir gingen zurück zum Lager und begaben uns zur Ruhe....
Gegen 01.30 Uhr wurden wir jäh durch einen Rettungshubschrauber geweckt, der nur einen Steinwurf von unserem Lager entfernt landete. Nach einer Stunde erfolgte dann auch der Start des Hubschraubers und der Verletzte war nun endlich unterwegs in eine Spezialklinik.
So, nun ist hoffentlich Ruhe...
Gegen 02.30 Uhr wurden wir durch Rumpeln an den Tischen und Bänken unter unserem Sonnensegel geweckt. Nein Katrin, es ist keine Katze, sondern ein mehr als betrunkener Möchtegern-Schotte (einer derjenigen, die nur einen Kilt tragen, wenn er aufgrund der „Durchlüftung“ Vorteile bei heißer Witterung bringt). Nach kurzer Diskussion gewährten wir dem Met-Opfer Gastrecht auf unseren Bänken. Jetzt aber Ruhe....
Gegen 03.00 weckte mich Sonja auf, welche neben mir ihren Schlafplatz hatte. Es bot sich folgendes Bild: Sonja sitzt aufrecht im Holzbett und hindert mit einer Hand unseren vor Kälte schlotternden Schottenfreund, welcher auf dem Querbalken sitzt, rückwärts auf unsere fünfjährige Tochter Christina zu fallen! Meine (scharfe) Frage, was er jetzt hier will, wurde nur mit einem undeutlichen Grunzen beantwortet. Nach kurzem Nachhelfen machte er sich jedoch auf den Weg aus dem Zelt, vollendete eine geräuschvolle Runde um unsere Bänke draußen, um ....wieder mitten im Zelt zu stehen. Nach dem Einsatz von (verbaler) Gewalt durch Günther schlich er endgültig aus dem Zelt und verbrachte eine hustende und schlotternde Nacht auf einer Bank unter unserem Sonnensegel. Endlich Ruhe...bis 03.30 Uhr. Einer der letzten Festgäste versuchte vom Parkplatz gegenüber recht rasant auszuparken und versenkte seinen Audi fast im angrenzenden Feuerlöschteich – eine Achse hing schon in der Luft! Man kann sich die folgende Diskussion zwischen den Fahrer und seiner weiblichen Begleitung sicherlich leicht vorstellen.... Das Fahrzeug wurde mit Hilfe von einigen jungen Burschen wieder flott gemacht.
Nun endlich Ruhe.....bis zum Morgen!

Am Sonntag gab es nur ein Gesprächsthema auf dem geschockten Markt: der bedauernswerte verletzte Feuerartist. Die Gerüchteküche brodelte, doch kam gegen Mittag die erlösende Nachricht: „...er ist außer Lebensgefahr..“
Nach kurzer Diskussion wurde beschlossen, dass das Turnier am Nachmittag stattfinden solle: The show must go on (die Vormittagsvorstellung war ausgefallen, da die Kripo den Turnierbereich gesperrt hatte).
Am späten Nachmittag nach unserem letzten Auftritt und der Verabschiedung beim Ehepaar Perseis, welche sich immer noch für den Lagerplatz entschuldigten ( „Nein, es macht wirklich nix!“....), bauten wir in Rekordzeit unsere Zelte ab und verluden alles in den Transporter und machten uns auf den Heimweg.

So, das ist mein Kurzbericht zu Tittmoning 2005, welcher doch länger geworden ist, als ich dachte...

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